Staudenknöterich bekämpfen: Mit Plan und Konsequenz
Das Grün in Stadt und Land ist unbestritten von essentieller Wichtigkeit für unser Wohlbefinden, das Stadtklima und die Artenvielfalt. Dennoch werden bestimmte Pflanzenarten als problematisch angesehen – aufgrund von Konkurrenz und möglichem Wildwuchs. Insbesondere Pflanzen mit enormer Wuchskraft, hohem Regenerationsvermögen und beachtlicher Ausbreitungstendenz können im öffentlichen Grün nicht zu unterschätzende Probleme bereiten. Wenn es sich dabei um invasive Arten handelt, ist besondere Aufmerksamkeit angebracht, denn sie können u.a. negativ auf die Biodiversität wirken.
Verwilderte Zierpflanze
Besonderes Augenmerk verdient der Riesenstaudenknöterich – besser: die Staudenknöteriche, denn es handelt sich um mehrere Arten. Sie wurden im 19. Jahrhundert nach Europa gebracht, als Zierpflanzen genutzt und verwilderten – bevorzugt auf feuchten und nährstoffreichen Flächen, oft auf sogenanntem Nichtkulturland. In den letzten Jahrzehnten konnten sich lokal massive Bestände entwickeln, was den Riesenstaudenknöterich in den Fokus gerückt hat. Neben der Verdrängung heimischer Pflanzen fördert der Staudenknöterich auch die Erosion an Fließgewässern.
Die Riesenstaudenknöteriche lassen sich anhand der Blattform unterscheiden: Bis zu 40 cm lang, dunkelgrün und wie ein lang gezogenes Herz sind die Blätter des Sachalin-Staudenknöterichs (Fallopia sachalinensis). Er ist im Fernen Osten Russlands heimisch. Dagegen sind die Blätter des Japanischen Staudenknöterichs (Fallopia japonica) maximal etwa 20 cm lang, lindgrün und haben einen geraden Blattgrund. Eine Hybride dieser beiden Arten ist Fallopia xbohemica – sie wurde zuerst im heutigen Tschechien beobachtet und zeigt ein veränderliches, intermediäres Erscheinungsbild.
Es handelt sich um ausdauernde Stauden, die mit Rhizomen im Boden überdauern, das mit einzelnen „Strängen“ bis in 2 m Tiefe reichen kann. Unter geeigneten Umweltbedingungen – feucht, warm, nährstoffreich – haben sie ein enormes Wuchspotenzial und unterdrücken andere Pflanzen. Die Riesenstaudenknöteriche sind, einmal etabliert, durch das ausgedehnte und sehr regenerationsfreudige Rhizom nur mit viel Aufwand und jahrelanger konsequenter Arbeit zu reduzieren. An einen schnellen Erfolg ist kaum zu denken – egal, ob mechanisch, biologisch oder chemisch dagegen vorgegangen wird.
(Fallopia sachalinensis). Er ist im Fernen Osten Russlands heimisch. Dagegen sind die Blätter des Japanischen Staudenknöterichs (Fallopia japonica) maximal etwa 20 cm lang, lindgrün und haben einen geraden Blattgrund. Eine Hybride dieser beiden Arten ist Fallopia xbohemica – sie wurde zuerst im heutigen Tschechien beobachtet und zeigt ein veränderliches, intermediäres Erscheinungsbild.
Konsequent bekämpfen
Um die Bestände invasiver Unkräuter, wie Staudenknöterich, zu managen, ist planerisches und konsequentes Vorgehen gefragt. Dabei ist umso mehr Arbeit, Zeit und Energie einzusetzen, je länger sich ein Bestand entwickeln konnte. Kurzfristige Erfolge sind kaum nachhaltig – Hauruck-Maßnahmen sind daher oft nur ein guter Start. Die konsequente Weiterbearbeitung – am besten mit verschiedenen Maßnahmen zur Schwächung der Pflanzen – bleibt unabdingbar, um über die Jahre eine Fläche vom Riesenstaudenknöterich zu befreien.
Durch Verschleppung von Rhizomstücken in kontaminierter Erde sowie mit nicht gereinigten Mähwerken und anderen Geräten werden immer wieder neue Bestände begründet. Dieser Fahrlässigkeit gilt es in erster Linie vorzubeugen.
Für die Bekämpfung stehen verschiedene Maßnahmen zur Verfügung:
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Ausgraben
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Regelmäßiges Mähen
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Lichtentzug
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Durchwuchsfestes Vlies
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Beweidung mit Schafen oder Ziegen kann Bestände eindämmen
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Thermische Verfahren
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Der Einsatz von Herbiziden ist in vielen Bereichen eingeschränkt oder unerwünscht, grundsätzlich aber als ergänzendes Werkzeug verfügbar.
Dr. Tomas Brand, LWK Niedersachsen
Wie die Bekämpfungsverfahren im einzelnen angewandt werden, wo Vor- und Nachteile sowie ihre Grenzen liegen, lesen Sie in der KommunalTechnik Ausgabe 2/26.
Ausführlich wird diese Thematik außerdem im KommunalBiz Webinar "Invasive Großstauden im Straßenbegleitgrün - Biologie und Bekämpfungsmöglichkeiten" am 21.05.2026 behandelt.